Mittsommer ist vorbei. Die Sonne war auf dem Zenit, hat sich verbeugt – und macht sich nun, ganz ohne Rücksprache, aus dem Staub. Ab jetzt wird es wieder früher dunkel. Der Sommer tut so, als wäre er noch da – aber eigentlich geht er schon rückwärts aus dem Raum, höflich lächelnd, mit dem Rücken zur Tür. Ich merke das. Eine Art saisonaler Kränkung. Sie macht mich übellaunig. Man könnte sagen: Das Glas ist halb voll. Ich sage: Es steht schon wieder zu nah an der Tischkante. Die Straße gleitet fort und fort. Bühne für Bühne. Abend für Abend. Der Sommer mag kürzer werden – die Abende werden es nicht. Irgendwer muss ja die Kultur retten.

Deine (Bühnen-)kunst ist ein Segen und ein Trost und ein Halt, Max Heckel. Rette bitte weiter, immerfort.
Liebend gern!